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Hikmet Nameh: Buch der Sprüche
Talismane werd ich in dem Buch zerstreuen;
Das bewirkt ein Gleichgewicht.
Wer mit gläubger Nadel sticht,
überall soll gutes Wort ihn freuen,.
Vom heutgen Tag, von heutger Nacht
Verlange nichts,
Als was die gestrigen gebracht.
Wer geboren in bös'sten Tagen,
Dem werden selbst die bösen behagen.
Wie etwas sei leicht,
Weiß, der es erfunden und der es erreicht.
Das Meer flutet immer,
Das Land behält es nimmer.
Was wird mir jede Stunde so bang?--
Das Leben ist kurz, der Tag ist lang.
Und immer sehnt sich fort das Herz,
Ich weiß nicht recht, ob himmelwärts;
Fort aber will es hin und hin,
Und möchte vor sich selber fliehn.
Und fliegt es an der Liebsten Brust,
Da ruht's im Himmel unbewußt.
Des Lebens Strudel reißt es fort,
Und immer hängt's an einem Ort,
Was es gewollt, was es verlor,
Es bleibt zuletzt sein eigner Tor.
Prüft das Geschick dich, weiß es wohl warum:
Es wünschte dich enthaltsam! Folge stumm!
Noch ist es Tag; da rühre sich der Mann!
Die Nacht tritt ein, wo niemand wirken kann.
Was machst du an der Welt? Sie ist schon gemacht.
Der Herr der Schöpfung hat alles bedacht,
Dein Los ist gefallen, verfolge die Weise,
Der Weg ist begonnen, vollende die Reise.
Denn Sorgen und Kummer verändern es nicht,
Sie schleudern dich ewig aus gleichem Gewicht.
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